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Das System der Jugend- und Sozialhilfe in Deutschland

Nach kurzen einleitenden Worten stieg Frau El Morabiti bei der Auftaktveranstaltung am 17. März 2018 auch schon in das System der Jugend- und Sozialhilfe in Deutschland ein. Hier stellte sie zunächst klar, wieso es eigentlich die Sozialhilfe gibt und was deren Aufgabe ist. Auf den Punkt gebracht: Es gibt sie damit jeder Mensch sein Leben so führen kann, dass es der Würde des Menschen entspricht. Die Sozialhilfe ist somit ein essentieller Bestandteil Deutschlands. Sie ermöglicht jedem Menschen sein Leben so zu führen, dass er das Notwendigste hat. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Nach dieser grundlegenden Einführung wurde es schon komplizierter, denn dann erläuterte Frau El Morabiti, wann genau eine Person Anspruch auf welche Leistung hat. Grundlegend ist dabei die Unterscheidung in erwerbsfähig und nicht erwerbsfähig. Ersteres ist jede Person, die mindestens drei Stunden täglich arbeiten kann. Diese bekommen die Grundsicherung für Arbeitssuchende, das sogenannte Hartz 4. Alle anderen, also die beispielsweise aus Altersgründen keine drei Stunden täglich arbeiten können, bekommen Sozialhilfe. Was genau das bedeutet und wie hoch die Regelsätze in den einzelnen Bereichen sind, wurde im Anschluss erklärt, bevor auf die wohnungspolitischen Sicherungssysteme in Deutschland eingegangen wurde.

Dies ist – besonders für Menschen mit Migrationshintergrund – ein wichtiger Punkt, da sie schnellstmöglich aus den Gemeinschaftsunterkünften herauswollen, es aber gerade in Großstädten alles andere als einfach ist bezahlbaren Wohnraum zu finden. Deswegen wurde besonders ausführlich darauf eingegangen. Auf was genau? Unter anderem auf die Leistungen für Unterkünfte im sogenannten Hartz 4 und auf Sozialleistungen für Erwerbstätige, beispielsweise auf das Wohngeld. Doch es ging nicht nur um die Leistungen, die beantragt werden können, sondern auch um das übergeordnete System. Hier wurde zum einen die soziale Wohnraumförderung der Länder vorgestellt und zum anderen das Mietrecht, welches nicht erst relevant wird, wenn es Konflikte gibt, sondern schon vorher. Wenn das Mietrecht bekannt ist, können viele Konflikte vermieden werden.

Da viele Familien mit Kindern anwesend waren und für sie natürlich das System der Jugendhilfe besonders interessant ist, wurde nun eine Pause gemacht. So konnten sich die Teilnehmenden erstmal beim Mittag stärken, bevor es mit diesem Punkt weiterging.

Nach der Pause wurde zuerst auf die Rahmenbedingungen eingegangen, welche jedoch alles andere als einfach sind. So „ist die Jugendarbeitslosigkeit bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund wesentlich höher als bei Menschen ohne“, so Frau El Morabiti. Weitere Faktoren, wie die ungleiche sozialräumliche Verteilung und die damit einhergehende Konzentration von Jugendlichen mit sozioökonomisch schwierigen Hintergrund auf bestimmte Regionen und Stadtteile verschärft die Situation.
Was dabei helfen kann all diese negativen Voraussetzungen auszugleichen, erläuterte Frau El Morabiti im Anschluss, wobei sie ausführlich auf die Struktur des Jugendhilfesystems in Deutschland einging.

Doch was passiert, wenn zu all diesen Schwierigkeiten auch noch (sexueller) Kindesmissbrauch dazukommt? Einfach gesagt: Dann sind die Probleme nahezu unlösbar.         
Deswegen ist es besonders wichtig, dass die Betroffenen nicht alleine gelassen werden und sich an jemanden wenden können, dem sie vertrauen.

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